Auto nach Schweden einführen und ummelden – plus: deutscher Führerschein in Schweden

Du willst dein Auto mit nach Schweden nehmen? Dann musst du es dort ummelden: Ursprungskontrolle bei Transportstyrelsen, Registrierungsbesichtigung, Versicherung und Fahrzeugsteuer. Wir erklären Fristen, Kosten und Ablauf – und ob dein deutscher Führerschein in Schweden gilt.

Von Dennis 6 Min. Lesezeit

Viele Auswanderer stehen vor der Frage: Auto verkaufen oder mitnehmen? Wer sein Auto mit nach Schweden nimmt, spart sich den Neukauf – muss es aber in Schweden ummelden. Mit deutschem Kennzeichen dauerhaft weiterzufahren ist nicht erlaubt, sobald du hier wohnst.

In diesem Beitrag zeigen wir dir den kompletten Ablauf bei Transportstyrelsen (der schwedischen Verkehrsbehörde), welche Fristen und Kosten auf dich zukommen und was du zum deutschen Führerschein wissen musst.

Die wichtigste Frist: sieben Tage

Die erste Regel ist gleichzeitig die überraschendste: Ein Fahrzeug, das nach Schweden eingeführt wird, um hier registriert zu werden, darf nur sieben Tage ab dem Einfuhrtag mit der ausländischen Zulassung gefahren werden. Voraussetzung ist, dass die deutsche Zulassung und die deutsche Kfz-Versicherung noch gültig sind. Den deutschen Fahrzeugschein musst du dabei mitführen.

Das heißt: Nach der Ankunft kannst du das Auto nicht einfach wochenlang mit deutschem Kennzeichen weiterfahren. Plane die Ummeldung deshalb schon vor dem Umzug – oder nutze die vorläufige Registrierung, dazu gleich mehr.

Schritt 1: Ursprungskontrolle (ursprungskontroll)

Der erste Schritt ist die ursprungskontroll – eine Prüfung der Herkunft des Fahrzeugs durch Transportstyrelsen. Dabei wird anhand deiner Unterlagen geprüft, ob das Auto rechtmäßig dir gehört und woher es kommt.

Das brauchst du für den Antrag:

  • den Antrag (über den E-Service von Transportstyrelsen oder per Formular),
  • die Original-Zulassungsbescheinigung aus Deutschland,
  • einen Eigentumsnachweis, z. B. Kaufvertrag oder Quittung mit Angaben zu Verkäufer, Käufer und Fahrgestellnummer,
  • den Nachweis, dass die Gebühr bezahlt ist.

Die Gebühr für die Ursprungskontrolle beträgt für Fahrzeuge, die schon in einem EU-Land registriert waren, 1.240 Kronen (Stand 2026, Transportstyrelsen: Gebühren). Eine genehmigte Ursprungskontrolle gilt fünf Jahre.

Im Antrag gibst du auch den Einfuhrgrund an. Ziehst du mit deinem eigenen Auto um, kommt der Grund flyttsak (Umzugsgut) in Frage. Dafür musst du mindestens ein Jahr im Ausland gewohnt, das Fahrzeug mindestens ein Jahr besessen und es mindestens ein Jahr im Ausland genutzt haben – und das mit Unterlagen belegen (z. B. Mietvertrag, Zulassungsbescheinigung, Versicherungsnachweis).

Die Bearbeitungszeiten schwanken. Transportstyrelsen zeigt die aktuellen Wartezeiten online an – schau vorher rein und stell den Antrag lieber früh.

Vorläufige Registrierung: fahren, bis alles fertig ist

Damit du nach den sieben Tagen weiterfahren kannst, gibt es die tillfällig registrering (vorläufige Registrierung). Du beantragst sie als Zusatz zur Ursprungskontrolle.

  • Die vorläufige Registrierung gilt drei Monate und kann nicht verlängert werden.
  • Du musst in Schweden dauerhaft wohnhaft sein.
  • Du brauchst einen speziellen Versicherungsnachweis von einem schwedischen Versicherer für die vorläufige Registrierung.
  • Du bekommst dafür spezielle rot-weiße Kennzeichen.

Innerhalb dieser drei Monate muss das Auto die Registrierungsbesichtigung bestehen. Alle Details stehen bei Transportstyrelsen: vorläufige Registrierung beim Import.

Schritt 2: Registrierungsbesichtigung (registreringsbesiktning)

Ist die Ursprungskontrolle genehmigt, buchst du einen Termin für die registreringsbesiktning bei einem Prüfunternehmen (besiktningsföretag) – vergleichbar mit einer Vollabnahme beim TÜV. Bei der Buchung gibst du die Vorgangsnummer der Ursprungskontrolle an.

  • Die Preise legen die Prüfunternehmen selbst fest – ein Vergleich lohnt sich.
  • Ohne vorläufige Registrierung darfst du auf dem kürzesten geeigneten Weg ohne Kennzeichen zur Besichtigung und zurück fahren – wenn die Ursprungskontrolle genehmigt ist, du einen gebuchten Termin hast und eine Verkehrsversicherung für einen Tag abgeschlossen hast.
  • Nach bestandener Prüfung registriert das Prüfunternehmen das Auto, es bekommt automatisch ein schwedisches Kennzeichen. Die Schilder werden hergestellt und dir zusammen mit dem Fahrzeugschein zugeschickt, das dauert bis zu fünf Werktage.

Bei der Besichtigung wird das Fahrzeug genau geprüft. Lass Mängel am besten schon vorher reparieren, damit du nicht zweimal hin musst.

Schritt 3: Versicherung und Inbetriebnahme

Bevor du mit deinem frisch registrierten Auto losfahren darfst, musst du es in Betrieb setzen (ställa på fordonet). Dafür brauchst du eine gültige trafikförsäkring – die gesetzliche Haftpflichtversicherung, die in Schweden für jedes Fahrzeug im Verkehr Pflicht ist.

  • Hol dir Angebote von schwedischen Versicherern ein. Viele bieten zusätzlich Teil- oder Vollkasko (halvförsäkring / helförsäkring) an.
  • Frag deine deutsche Versicherung nach einer Bescheinigung über deinen Schadenfreiheitsrabatt. Ob ein schwedischer Versicherer sie anerkennt, entscheidet er selbst.
  • Kündige die deutsche Versicherung erst, wenn der schwedische Schutz steht.

Kläre außerdem rechtzeitig mit deiner deutschen Zulassungsstelle und Versicherung, wie das Fahrzeug in Deutschland abgemeldet wird, wenn es in Schweden registriert ist. Heb von allen Papieren Kopien auf, bevor du Originale einschickst.

Fahrzeugsteuer (fordonsskatt) und Malus

Sobald das Auto in Schweden registriert ist, zahlst du fordonsskatt (Kfz-Steuer). Für Pkw ab Baujahr 2006 richtet sie sich in der Regel nach dem CO2-Ausstoß, bei älteren Autos teilweise nach dem Gewicht. Zu jedem Betrag kommt ein Grundbetrag von 360 Kronen pro Jahr; Dieselfahrzeuge zahlen zusätzlich einen Umwelt- und Kraftstoffzuschlag.

  • Malus: Für neuere Benziner und Diesel mit höherem CO2-Ausstoß wird in den ersten drei Jahren, ab dem Zeitpunkt, an dem das Fahrzeug erstmals steuerpflichtig wird, eine deutlich erhöhte Steuer fällig. Das betrifft Fahrzeuge ab Modelljahr 2018 – je nach Zulassungsdatum oberhalb von 95, 90 bzw. 75 g CO2/km (Transportstyrelsen: Malus).
  • Fehlende CO2-Werte: Bei importierten Gebrauchtwagen fehlen im Register oft die CO2-Daten. Dann wird die Steuer nach einem Schätzverfahren (skälig grund) berechnet – das kann teurer werden. Halte deshalb das CoC-Papier (EG-Übereinstimmungsbescheinigung) bereit.

Rechne vor dem Umzug durch, ob sich der Import lohnt. Gerade bei relativ neuen Autos mit hohem Verbrauch kann der Malus die Rechnung deutlich verändern. Ist dein Auto noch „neu“ im Sinne des Umsatzsteuerrechts (höchstens sechs Monate alt oder höchstens 6.000 km gefahren), können außerdem Mehrwertsteuerfragen aufkommen – dann frag direkt bei Skatteverket nach.

Winterreifen: Das gilt in Schweden

Ein Punkt, den viele Deutsche unterschätzen: Vom 1. Dezember bis 31. März sind bei winterlichen Straßenverhältnissen Winterreifen Pflicht. Die Mindestprofiltiefe beträgt in diesem Zeitraum 3 mm. Winterreifen können mit oder ohne Spikes sein; spikelose Winterreifen müssen das Alpine-Symbol (Berg mit Schneeflocke) tragen. Ob Winterverhältnisse herrschen, beurteilt die Polizei vor Ort.

Dein deutscher Führerschein in Schweden

Die gute Nachricht: Dein deutscher EU-Führerschein gilt in Schweden, solange er in Deutschland gültig ist und du ihn nicht gegen einen schwedischen umgetauscht hast (Transportstyrelsen: ausländische Führerscheine). Ein Umtausch ist keine Pflicht.

Freiwilliger Umtausch in einen schwedischen Führerschein

Wenn du dauerhaft in Schweden wohnst, kannst du deinen gültigen Führerschein aus einem EWR-Land umtauschen. So läuft es ab:

  1. Formular „Ansökan om utbyte av utländskt körkort“ anfordern und ausfüllen.
  2. Formular mit dem Original-Führerschein an Transportstyrelsen in Örebro schicken.
  3. Nach der Genehmigung bekommst du eine Rechnung für den neuen Führerschein.
  4. In einem Prüfungsbüro von Trafikverket (förarprovskontor) Foto und Unterschrift machen lassen – gültigen Ausweis mitbringen.
  5. Den neuen Führerschein persönlich bei einer Postfiliale (postombud) abholen.

Seit dem 1. Mai 2026 gelten strengere Regeln für EWR-Führerscheine, die ursprünglich aus einem Land außerhalb des EWR stammen. Für einen in Deutschland nach bestandener Prüfung erworbenen Führerschein ändert sich dadurch nichts.

Achte bei alten deutschen Führerscheinen auf die deutschen Umtauschfristen – mehr dazu in unserer Checkliste zur Abmeldung in Deutschland.

Unser Fazit

Ein Auto nach Schweden mitzunehmen ist gut machbar, wenn du rechtzeitig planst. Die Reihenfolge lautet: Ursprungskontrolle beantragen → ggf. vorläufige Registrierung → Registrierungsbesichtigung → Versicherung → Inbetriebnahme. Denk an die Sieben-Tage-Frist, rechne Fahrzeugsteuer und Malus vorher durch und besorg dir Winterreifen. Deinen deutschen Führerschein kannst du einfach weiter nutzen – der Umtausch ist freiwillig.

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